Von Nosferatu bis Twilight: Die 10 besten Vampirfilme

Vampire im Kino - Didi01/pixelio.de
Vampire im Kino - Didi01/pixelio.de
Seit die Bilder laufen lernten, bevölkern Vampire die Kinoleinwand. Spannendes und Amüsantes zu Dracula, Van Helsing und anderen Gruselklassikern.

Der Mythos vom bluttrinkenden Untoten findet sich bereits in hebräischen und römischen Erzählungen, doch erst durch Bram Storker's 1897 veröffentlichen Roman "Dracula“ zog der Vampir in die Filmgeschichte ein.

1922: "Nosferatu" – Eine Symphonie des Grauens

Basierend auf Storkers Roman gehört dieser deutsche Stummfilm unter der Regie von F.W. Murnau zu den Klassikern unter den Vampirfilmen. Der unlizensierte Film war allerdings so nah an den Dracula- Roman angelegt, dass Storkers Witwe einen Prozeß wegen Plagiats anstrebte und gewann: Sämtliche Filmkopien mussten zerstört werden. Erst 1994 wurden fünf Kopien, die der Zerstörung entgangen waren, restauriert.

1931: "Dracula" mit Bela Lugosi

Er wurde zum Vorbild für sämtliche nachfolgenden Vampirdarsteller und war so mit seiner Rolle verbunden, dass man ihn mitsamt seinem Draculakostüm beerdigte: Bela Lugosi. Seine schwebenden Bewegungen und insbesondere seine ungewöhnliche Sprechart wurden in unzähligen Filmen kopiert, aber nie erreicht. Im Jahr 2000 wurde "Dracula" von der amerikanischen Kongressbibliothek in das US National Film Registry aufgenommen, eine Sammlung besonders wertvoller Dokumente der Filmgeschichte.

1987: "Lost Boys"- It’s fun to be a vampire

Neu in einer kalifornischen Kleinstadt sind zwei Teenager -Brüder bald davon überzeugt, dass es in der Nachbarschaft von Vampiren wimmelt. Dieser kultige, in der Gegenwart spielende Vampirfilm unter Regie von Joel Schumacher gehört zu den Meilensteinen des Kinos der 80er Jahre und vereint zwei Kinderstars der damaligen Zeit: Corey Haim und Corey Feldman, der bereits in Filmen wie "Goonies", "Gremlins" oder "Stand by me" für Furore gesorgt hatte.

1992: Bram Storker’s Dracula vereint die Hollywood-Elite

Die Besetzung dieser erneuten Dracula-Verfilmung ist beeindruckend: Unter der Regie von Francis Ford Coppala und der Kameraführung von Michael Ballhaus tummeln sich Gary Oldman, Winona Ryder, Anthony Hopkins und Keanu Reeves. Die bildgewaltige Umsetzung gewann drei Academy Awards (Kostüme, Sound Effects, Make-up). Coppolas’ Plan, das gesamte Ausstattungsbudget für Kostüme auszugeben und nur ein minimales Set zu nutzen wurde von Columbia Pictures, dem verantwortlichen Filmstudio, offiziell untersagt. Man forderte Coppola auf, ein „ordentliches“ Set zu bauen.

1994: "Interview with the Vampire" und Anne Rice will Tom Cruise nicht

Die amerikanische Schriftstellerin Anne Rice war nicht begeistert, als man ihr eröffnete, dass "Top Gun"-Star Tom Cruise die Hauptrolle in der Verfilmung ihres 1976 veröffentlichten Romans spielen sollte. Sie sähe ihn so gar nicht in der Rolle, murrte die Autorin zuerst, um sich dann nach Abschluss der Dreharbeiten offiziell bei Tom Cruise für ihre Kritik zu entschuldigen und ihn für seine Arbeit zu beglückwünschen. Der Kinohit, in dem ein Vampir seine Lebensgeschichte einem jungen Journalisten erzählt, erhielt 1995 den BAFTA für beste Kinematografie (Kameraführung). Neben Tom Cruise als aristokratischem Vampir spielen Brad Pitt, Antonio Banderas, eine sehr junge Kirsten Dunst und Christian Slater. Der übernahm die Rolle von River Phoenix, der kurz vor Beginn der Dreharbeiten verstorben war. Nach Abschluss seiner Arbeit spendete Slater seine gesamte Gage an zwei von Phoenix’ bevorzugte Wohltätigkeitsvereine.

1994: "From Dusk till Dawn" – Quentin Tarantino schlägt zu

Die 90er Jahre ließen den Vampirfilm hochleben und auch der Querulant unter der amerikanischen Filmemachern ließ sich nicht lange bitten: Unter der Regie von Robert Rodriguez und dem Drehbuch von Quentin Tarantino entstand ein sehr schräger road movie, der sich unerwarteterweise in einen Vampirfilm wandelt. Zwei Brüder nehmen auf ihrer Flucht Geiseln und lassen sich mit ihnen kurzfristig in einer Kneipe nieder, die beliebter Treffpunkt der Vampirgemeinde ist. Der Film ist Kult und die Auftritte von George Clooney und Quentin Tarantino als Bruderpaar auf der Flucht und der Striptease-Vampirin Salma Hayek ein Muss! Clooney erhielt für seine Rolle den MTV Movie Award, Tarantino den Razzie, die Goldene Himbeere für den schlechtesten Schauspieler in einer Nebenrolle.

1998: "Blade" – Wesley Snipes als Beschützer der Menschheit

Basierend auf dem Martel-Comiccharacter Blade verkörpert Wesley Snipes ein Vampir-Mensch-Wesen, das die Menschheit vor Killervampiren beschützt. Zur Hilfe kommt ihm dabei seine Fähigkeit im Tageslicht zu überleben und seine ausgeprägten Kampfsportkünste. Der übliche Horror wird in diesem erfolgreichen Blockbuster durch Actionszenen ersetzt. In Nebenrollen spielen Udo Kier als Vampir Dragonetti und Ex-Pornostar Traci Lords als verführerische Vampirlady.

2004: "Van Helsing" – Hugh Jackman jagt Vampire

Bevor Wolverine findet sich auf Jackmans Vita die Rolle dieses notorischen Vampirjägers, der nach Transsylvanien geschickt wird, um Graf Draculas mörderische Pläne zu zerstören. Unter der Regie von Stephen Sommers ("Catch me if you can", "The Mommy") entstand eine Hommage an die Horrorfilme des 30er und 40er Jahre. Der Film erhielt fast überwiegend schlechte Kritiken, doch auch Auszeichnungen: Hugh Jackman und Kate Beckinsale erhielten den Teen Choice Award für ihre Darstellungen und scheinen somit zumindest junge Fans begeistert zu haben.

2007: "30 Days of Night" – Nichts für Romantiker

Dieser Film sei „ausschließlich für Horrorfans und nicht für Spitzendeckenfans, die von ihrem wunderschönen Reißzahnliebhaber träumen“ meint ein Kritiker und lässt damit erahnen, warum David Slades Film erst ab 18 freigegeben wurde. Eine Stadt in Alaska wird im dunkelsten Monat des Jahres von einer Gruppe Vampire heimgesucht und nur der Sheriff stellt sich ihnen in den Weg. Regisseur David Slade nahm hier erstmals Kontakt mit dem Vampirgenre auf um seine Erfahrungen dann in sehr gemäßigter Form einige Jahre später zu nutzen: Slade führte 2009 Regie bei „Biss zum Abendrot“, dem dritten Teil der Twilight-Saga.

2010: Eclipse – Die Saga um Edward Cullen geht weiter

„Biss zum Abendrot“, so der unglücklich gewählte Titel des dritten Teils der „Twilight“-Saga, lockte bereits kurz nach seinem Start über 2, 2 Millionen Besucher in die deutschen Kinos und mausert sich, nicht überraschend, zum Kinohit des Sommers 2010. Das Liebesdrama um den „vegetarischen“ Vampir Edward Cullen und seine zu allem bereite, aber leider immer noch sterbliche Freundin Bella Swan reiht sich ein in die Liste der kultigsten Blutsauger-Filme aller Zeiten.

Bildnachweis: @Didi01/pixelio.de

Ulrike Niemann, Ulrike NIemann

Ulrike Niemann - Ulrike Niemann lebt mit Mann und Katze in der Nähe von Paris. Nach Abschluss des Studiums der Kulturwissenschaft an der Uni ...

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